Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend. (Psalm 84,11)

Die neue Großschönauer Orgel

Am 19. Oktober wurde die neue Orgel  der Großschönauer Kirche in Dienst gestellt und feierlich eingeweiht. Das ist für die Kirchgemeinde  ein herausragendes Ereignis nicht nur des finanziellen und arbeitsmäßigen Aufwandes wegen. Die neue Orgel wird für lange Zeit die Innenansicht der Großschönauer Kirche und die musikalischen Aktivitäten der Kirchgemeinde mit prägen.

Erbaut wurde die Orgel von der Orgelbauwerkstatt Ekkehart Groß, Waditz bei Bautzen. Sie ist der 17. Neubau in der 20jährigen erfolgreichen Firmengeschichte. In dieser Zeit wurde von dieser Firme eine stattliche Reihe von Restaurierungen historischer Orgeln von z.T. namhaften Erbauern durchgeführt.

Die neue Großschönauer Orgel ist ein recht stattliches Werk. Sie enthält  in dem geschlossenen Gehäuse 34 Register, Pfeifenreihen aus Pfeifen gleicher Bauart und Klangcharakters, die sich auf die drei Teilorgeln Hauptwerk, Oberwerk bzw. Schwellwerk und Pedal verteilen. Damit erhält die Gemeinde ein Instrument, das hohen Anforderungen an das gottesdienstliche und konzertante Orgelspiel gerecht wird. Es handelt sich um eine mechanische Schleifladenorgel, die , natürlich unter Nutzung der  modernen Technik,  nach denselben Prinzipien  wie die Orgeln der alten Meister gebaut wurde. Die drei Werke können bei Bedarf durch eine spezielle Mechanik untereinander gekoppelt werden.

Die Vorgängerorgel enthielt eine Reihe klanglich wertvoller Register aus der Schlag-Orgel von 1898. Diese wurden restauriert und in die neue Orgel integriert. Die meisten Prinzipalregister, das klangliche Rückgrat der Orgel wurde neu gebaut. Das klangliche Konzept der neuen Orgel ist nicht einseitig auf einen bestimmten Orgeltyp ausgerichtet, vielmehr enthält es sowohl barocke, klassische und romantische Komponenten. Damit dürfte der größte Teil der Orgelliteratur gültig darstellbar sein.

Die Windversorgung wird über einen großen Magazinbalg, der von einem elektrischen Gebläse gespeist wird, und sich auf dem Kirchenboden befindet, gewährleistet. Über das System der Windkanäle gelangt der erforderliche Wind in alle Windladen der Orgel.

Angesichts der finanziellen Grenzen, die beim dem Orgelneubau gesetzt waren, war die Gestaltung der Schauseite, des Prospektes eine besondere Herausforderung. Der Kirchenvorstand stimmte dem Vorschlag, der neuen Orgel ein durchaus zeitgenössisches Gesicht zu geben, das sich gut in den historischen Bestand der Inneneinrichtung der Kirche  einfügt, zu.  Das fünffeldrige Gehäuse ist gewissermaßen das Echo auf die Gliederung des  klassizistischen Säulenaltars. Die Reihe der Pfeifenaufschnitte folgt meist der durch die Emporenfelder betonten Waagerechten. Die „Umklappung“ der Emporeneingänge zur 2. und 3. Empore verstärkt diesen Eindruck.  Farblich wurde das Gehäuse den vorhandenen Farben im Innenraum angepasst Am Prospekt fallen Muster aus kleinen Farbquadraten auf. Sie schmücken den sachlich gehaltenen Prospekt und erinnern an die Lochkarten , die bei der Jaquard-Weberei früher unentbehrlich waren.



Die Disposition der Orgel:

Hauptwerk                               Oberwerk                     Pedal

Bordun16´                               Gedackt 16´                   Prinzipalbass 16´

Prinzipal 8´                              Prinzipal 8´                    Violonbass 16´

Bordun 8´                                Gemshorn 8´                 Subbass 16´

Gamba 8´                                Lieblich Gedackt 8´         Posaune 16´

Oktave 4´                                Aeoline 8´                      Quintbass 10 2/3´

Hohlflöte 4´                             Vox coelestis 8                Oktavbass 8´

Quinte 2 2/3´                           Oktave 4´                      Bassflöte 8´

Oktave 2´                                Rohrflöte 4´                   Cellobass 8´

Cornett 3fach                           Dolce 4´                         Oktavbass4´

Mixtur 4fach 2´                         Nasat 2 2/3´                  

Trompete 8´                             Piccolo 2´  

                                               Terz 1 3/5´

                                               Mixtur 3fach 1 1/3´

                                               Krummhorn 8´

                                               (Oboe 8´)

Koppeln Ow-HW , HW-P, OW-P Schwelltritt , 2 Ttremulanten

Am Bau der Orgel waren alle Mitarbeiter der Firma Groß und mehrere Baugewerke beteiligt. Die fachlich Begleitung nahm der Orgelsachverständige Herr Norbert Ranft, Meerane, wahr.  Der Prospektentwurf und die farbliche Gestaltung lag in den Händen von Dipl. Designer Ralf Reimann, Bautzen.