Mach dich auf und handle! Und der HERR möge mit dir sein! (1.Chronik 22,16)

Einige Eindrücke von der Orgelweihe

Der 19. Oktober 2014 wird für die Kirchgemeinde Großschönau , aber auch für unseren Ort insgesamt, ein besonderer Tag bleiben. Die Einweihung einer neuen Orgel ist kein alltägliches Ereignis. Bereits am Vortage fand eine sehr ausführliche und gewissenhafte Prüfung und Probe der Orgel durch den Orgelsachverständigen, Herr Norbert Ranft, Meerane, statt. Am Sonnabendnachmittag trafen sich dann die Mitglieder des Kirchenvorstandes und der Orgelkommission zur offiziellen Abnahme. Nach der eingehenden Besichtigung des „Innenlebens“ der Orgel, der Windladen, des Pfeifenwerks und der Trakturen, demonstrierte Herr Ranft die verschiedenen Klangmöglichkeiten der Orgel an Hand unterschiedlicher Orgelkompositionen von Girolamo Frescobaldi (ca. 100 Jahre vor Bach), Dietrich Buxtehude (norddeutscher Orgelbarock vor Bach) sowie au der deutschen Orgelromantik.

Man konnte sich überzeugen, dass die Orgel die gültige Wiedergabe eines großen Teils der Orgelliteratur gestatten wird. Natürlich konnte er in der Kürze der Zeit das Thema nicht erschöpfen. Im Anschluss gab es für die Anwesenden einen kleinen Empfang im Kirchgemeindeheim. Bei Kaffee und Kuchen trug Herr Ranft die Hauptaussagen seines Abschlußberichtes vor. Dabei sprach Herr Ranft Orgelbaumeister Ekkehart Groß und seinen Mitarbeitern viel Lob und Anerkennung aus. Der Bauauftrag wurde in vollem Umfang erfüllt und auch die 2010 aufgestellten Preiskalkulationen werden eingehalten.

Besonders lobte Herr Ranft die Verwendung bester Materialien für die Windladen und auch für das Traggerüst der Orgel, die Ausführung der Spiel- und Registertrakturen, die ein präzises und sicheres Spiel gestatten, sowie die Anlage und Dimensionierung der Windkanäle für die insgesamt 8 Windladen. Die Orgel enthält 10 Register (=Pfeifenreihen) aus der Schlag-Orgel von 1898 und auch zwei Pedalregister, die Prof. Matthias Eisenberg zur Verfügung stellte. Diese Orgelpfeifen wurden gewissenhaft aufgearbeitet bzw. ergänzt. Der größte Teil des Pfeifenwerkes wurde neu gefertigt, Herr Ranft bestätigte auch hier eine solide Arbeit. Beim Bau der Orgel ist die Intonation, d.h. die Abstimmung des Klanges auf den vorhandenen Raum, die eigentliche künstlerische Herausforderung. Die Verantwortung dafür hatte Herr Reinhard Schäbitz. Auch hier bescheinigte der Orgelsachverständige in sehr gutes Ergebnis, sowohl des Gesamtklang als auch Wirkung solistischer Stimmen betreffend. Abschließend empfahl Herr Ranft dem Kirchenvorstand die vorbehaltlose Abnahme der Orgel, was auch mit freudiger Zustimmung geschah.

Beim Einweihungskonzert gab Kantor Michael Tittmann erste Proben des Orgelklanges an Hand größerer Werke. Darunter war die allbekannte Toccata und Fuge in d-Moll von Johann Sebastian Bach, vor allem aber die kaum bekannte 4. Orgelsonate d-Moll des Pariser Orgelmeisters Alexandre Guilmant. Hier kamen die „romantischen“ Register sehr gut zur Geltung und es zeigte sich, dass die neue Orgel auch „französisch“ singen kann. Die Großschönauer haben also allen Grund zu Freude und Dankbarkeit Nun bleibt zu hoffen, dass die Orgel auch weiterhin das entsprechende Interesse findet, wenn sie in Zukunft in Gottesdienst und Konzert zur “Ehre Gottes und zur Gemüths-Ergezung“ (J.S.Bach) erklingt.

G.B.