Ich habe dich bereitet, dass du mein Knecht seist. Israel, ich vergesse dich nicht! (Jesaja 44,21)

Geschichtlichliches zur Kirche und Kirchgemeinde Hainewalde

kircheDie jetzige Dorfkirche in Hainewalde ist nicht die erste Kirche, die hier im Ort gestanden hat. Von der vorherigen Kirche weiß man nicht einmal sicher den Standort. Aus der Zeit vor dem Neubau sind jedoch Aufzeichungen über Reparaturen erhalten: Von einem Sturmschaden 1660, einer neuen Kanzel von 1662, neuen Treppen zu den Emporen von 1664. 1665 bekam sie eine neue Tür und 1666 wurde der Kirche eine neue Orgel geschenkt, die 1692 noch ein neues Register (d.h. Orgelpfeifen mit einem bestimmten gemeinsamen Klangcharakter) erhielt. Teile der Emopre und die Holzverschalung des Turms mussten ausgebessert oder erneuert werden. Die heutige Kirche wurde unter dem Patronat des Schlossherrn von Hainewalde, Otto Ludwig von Kanitz, Oberst in königlichen Diensten, 1705-1711, und vom Baumeister Jonas Kirchstein aus Bautzen erbaut. Diese ohnehin schon kurze Bauzeit wäre noch zu toppen gewesen, wären da nicht die Pläne August des Starken dazwischengekommen, der zeitgleich sein polnisches Königreich nach Norden auf Kosten der Schwedischen Krone erweitern wollte. Bis Mitte 1709 behielten die Schweden die Oberhand - was sich auf den Fortgang Bauarbeiten eher negativ auswirkte.

Von den Baukosten von 11.064 Talern trug Otto Ludwig von Kanitz 7043 Taler. Er ließ später in Spitzkunnersdorf und Niederoderwitz - Orte in seinem Protektorat - nach ähnlichem Plan neue Kirchen bauen. Das Vorbild für den Hainewalder Bau war offenbar die Kirche von Bertsdorf (1672).

Der später als Hofbaumeister berühmt gewordene Johann Michael Hoppenhaupt (1685-1751) hat in der Herrschaftsloge Gipsarbeiten durchgeführt. Baumeister Kirchstein war - nach einem in seiner Heimatstadt Bautzen stattgefundenen Großbrand - wohl weniger oft vor Ort als vereinbart, was offenbar auch zu Spannungen mit den Bauherren führte. Diese und weitere Details trug Holger Engelbrecht in einer Festschrift, die er anläßlich des 300-jährigen Kirchweihfestes erstellte, zusammen. Außerdem erarbeitete Holger Engelbrecht in den 2000er Jahren eine Dokumentation der Hainewalder "Kirch-Stände", die unter der nördlichen Empore als Tafel in der Kirche aushängt. Damals hatte nahezu jeder Sitzplatz der Kirche seine Zuordnung zu den verschiedenen Personengruppen der Gemeinde. Es war ebenso geregelt, wo die Angestellten des Herrschaftlichen Rittergutes Platz nehmen durften wie es auch den Gefangenen zugestanden wurde, ihre Plätze einzunehmen.

Verzeichnis der Pfarrer in Hainewalde 

Holstein, Kaspar

Ziegler, Christoph

Specht, Michael

Pursche, Balthasar

Lehmann, Martin

Seligmann, Zacharias

Clemstein, Jakob

v. Lankisch, Gottfried Christian

Riedel, Zacharias

Lehmann, Johann Christoph

Hausdorf, Urban Gottlieb

Redlich, Christoph Gottlieb

Schröter, Konrad

Elger, Christoph Gottlieb

Neumann, Daniel

Flössel, Johann Traugott

Dornick, Gottlob Friedrich

Dornick, Karl Wilhelm

Strobel, Karl August

Richter, Dr.phil Clemens Oswald

Leuner, Karl Aug. Friedrich

Tauberth, Hugo Max Arthur Joh.

Mischner, Gerhard Andreas

Müller, Johannes

Schmidt, Friedrich Wilhelm

Haaß, Bernhard

Dähne, Wolf

Kreusel, Christian

Schmidt, Matthias

Jahn, Marion

Zitzkat, Christiane

1617-1625

1625-1631

1631-1635

1635-1642

1642-1651

1651-1663

1663-1678

1679-1684

1685-1688

1688-1714

1714-1724

1724-1738

1739-1756

1756-1761

1761-1783

1784-1786

1786-1821

1821-1865

1865-1876

1877-1883

1883-1893

1893-1916

1916-1940

1941-1948

1948-1959

1959-1969

1969-1987

1989-2000 ab 1996 zugleich Hörnitz

2001-2008 zugleich Hörnitz

2008-2011 zugleich Hörnitz

2011-         zugleich Hörnitz