Die dein Heil lieben, lass allewege sagen: Der HERR sei hoch gelobt! (Psalm 40,17)

Die Geschichte der Kirche Waltersdorf

Ende des 14. Jahrhunderts gehörte Waltherivilla (Heute: Waltersdorf) denen von Kyaw, die es später denen von Warnsdorf, auf Gersdorf gesessen, überließen. Am 15. Dezember 1419 verkaufte Nikolaus von Warnsdorf Waltersdorf an den Rat der Stadt Zittau. Anfang des 14. Jahrhunderts bauten die Waltersdorfer schon eine kleine Kapelle (wohl aus Holz), in der bereits 1366 ein Pfarrer, in der Chronik als Plebanus bezeichnet, amtierte. Eine neue Kirche wurde 1553 eingeweiht - möglicherweise die erste steinerne mit steinernem Turm. Sie wurde 1648-1657 durch Umbau vergrößert, weilen die Gemeinde wegen der Exulanten sich gemehret und nicht mehr Raum vor das Volk gewesen; dann wurde sie 1713 und schließlich 1726-1729 völlig umgebaut, so daß praktisch eine neue Kirche mit einem Turm an der Westseite entstand. Innen ist die Kirche anläßlich des 200. Kirchenjubiläums 1929 durchgreifend renoviert und verändert worden. Im Jahre 1989 begann nach vielen Schwierigkeiten mit den beiden Gerüstbauwochenenden 9./10. und 16./17. Juni unter Beteiligung vieler auch nichtkirchlicher Waltersdorfer die langerwartete und dringend notwendige Sanierung des Kirchturmes, die mit dem Aufsetzen der Kugel sowie der Wetterfahne und des Sternes am Reformationstag 1990 vollendet werden konnte.

lm folgenden Jahr erhielt die Kirche einen neuen Außenputz; aber auch im Inneren haben über viele Jahre hinweg Gemeindeglieder mitgeholfen, der Kirche wieder ein schönes Aussehen zu geben.


Ihr größtes Wertstück besitzt die Kirche mit ihrer O r g e l.

1766 erbaut ist sie als einzige Orgel des Zittauer Orgelbaumeisters Johann Tamitius noch erhalten. Die Holzarbeiten sind seinerzeit durch den hier ansässigen Tischlermeister (Schneider?) ausgeführt. worden. In den Jahren 1995-1998 konnte die Orgel dank vieler Spenden von Gemeindegliedern und Freunden, durch Mithilfe des Amtes für Denkmalschutz Dresden, den Deutschen Stiftung Denkmalschutz und derOstdeutschen Sparkassenstiftung grundlegend restauriert werden.


Nun erklingt sie wieder zur Ehre Gottes in unseren Gottesdiensten und bei Konzerten für Gemeindeglieder und Gäste.


Wir wollen hoffen und darum bitten, daß auch diese Kirche in Waltersdorf für die Zukunft das bleibe, was sie in der Vergangenheit war und in der Gegenwart ist: Sichtbares Zeichen für die Existenz einer christlichen Gemeinde in Waltersdorf und Gestalt gewordenes Zeugnis des Glaubens von Menschen, die diese Kirche brauchen und nutzen.


Kleine Chronik der Kirche Waltersdorf


um 1340 Gründung der ersten Kirchgemeinde und Bau einer Kapelle

1552 wahrscheinlich Einweihung einer ersten steinernen Kirche

1648/57 Vergrößerung der Kirche wegen der aus Böhmen vertriebenen evangelischen Christen (Exulanten)

1713 Erweiterung der Kirche um reichlich ein Viertel in westliche Richtung

1726/29 Bau des Kirchturms (ca. 42 Meter) und der Sakristei (bis dahin ursprünglich nur ein Dachreiter, später ein kleiner Turm an der Nordseite über dem Seiteneingang) damit erhielt die Kirche ihre heutige äußere Gestalt!

1989/90 Sanierung und Kupferdeckung des Kirchturmes (vorher Schieferdeckung)


Der Innenraum


1929 ist ein rechteckiger Saal mit 2 Emporen grundlegende Renovierung anläßlich des 200-jährigen Kirchenjubiläums:

- Einbau neuer Bänke in Blickrichtung zum Altar
- Erhöhung des gesamten Altarraumes
- Einbau einer elektrischen wand- und Fußheizung
- Versetzen der Kanzel um 1 Emporenfeld in Richtung Altar
- 1893 farbliche Neugestaltung von Decken und Emporenfeldern


1984/85 Mühsames Entfernen der 1929 aufgetragenen Leimfarbe von den Balkendecken. Erhalten blieben glücklicher weise die Emporenbilder in Grisaille-Malerei aus der Blütezeit
der Damastwebereı (in einem internen Bericht an die Superintendentur Zittau vom 21.10.1939 heißt es: Im Ganzen wäre noch zu bemerken, daß der einzige wert, den diese Bilder besitzen, in ihrem Alter liege. Sie sollen 1726 gemalt worden sein. Künstlerisch sind sie nicht bedeutend. Sie sind nur der Ausdruck einer längst überlebten Zeit. In ihrem gesamten Ausdruck ist nichts von deutscher artgebundener Frömmigkeit zu finden. Das Beste wäre es, wenn diese Bilder entfernt würden und an einem würdigen Ort als Andenken an die irregeführte Frömmigkeit unserer Väter aufbewahrt würden.)


Der Altar

Ursprünglich ein Barockaltar mit Himmelfahrts - Bild (jetzt im Gemeinderaum) 1892 - jetziges Altarbild: Einladender Christus von Arthur Thomas, Dresden; gleichzeitig Bekrönung mit einem neuen Altaraufsatz. Später Bau einer Apsis und Einrücken des Altars. 1801 ein Leuchter aus böhmischem Kristall gestiftet. 1842 Stiftung eines zweiten Kristall-Leuchters.

1993 Restauration beider Kristall-Leuchter in Ebersbach. Herkunft des Messingleuchters ist unbekannt